Bittersüß mit Stil

GIN AND TONIC

Es war Queen Mums Lieblingsgetränk: Auf ihr tägliches Glas Gin and Tonic wollte die Dame auch in hohem Alter nicht verzichten. Und selbst zu ihrem 100. Geburtstag ließ sich die Königinmutter eine Torte von Konditormeister Graham Chubb aus Somerset anfertigen, der den Zuckerguss mit Mums Lieblingsgetränk aromatisiert hatte. Das ist echte Passion!

Die Geschichte des Gin & Tonic

Nun gibt es viele Gründe, den stilvollsten Longdrink der Welt zu genießen, auch ganz ohne royale Akzente. Denn – Überraschung – dieser scheinbar urbritische Drink stammt gar nicht aus „good old England“, sondern aus Holland, wo er Genever heißt. Als Erfinder des Gins gilt der Alchemist Sylvius de Bouve, der um 1600 in Leiden ein Destillat mit Wacholder versetzte, um es als Medizin gegen Blasenschwäche einzusetzen. Etwa 100 Jahre später kam der Wacholderschnaps nach London und wurde zum Massenphänomen. Um 1830 wurde das Destillationsverfahren deutlich verbessert.

Nun griffen auch die wohlhabenden Bevölkerungsschichten zu. Gemixt mit Tonic Water avancierte Gin zum britischen Offiziersgetränk schlechthin. Das leicht bittere, mit Chinin versetzte Tonic galt im tropischen Indien als Malariaschutz und so konnte man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.
Heute ist der Klassiker unter den Longdrinks wieder ein ganz heißes Thema. Kein Wunder, ist doch Gin Tonic nicht nur einer der einfachsten, sondern auch einer der stilsichersten Cocktails der Welt: Gin mit dem gewünschten Maß an Tonic mischen (von 1 : 1 bis bis 1 : 4 ist alles erlaubt, was schmeckt), auf Eiswürfel gießen und entsprechend den maßgebenden Zutaten des verwendeten Gins servieren – klassische Garnituren sind hier zum Beispiel Orangen- oder Limettenzesten sowie Gurkenscheiben. Diese Übung lässt sich auch mit zwei linken Barkeeper-Händen zu Hause bewerkstelligen.
Einzige Bedingung: Es muss dämmern – oder die Sonne wird innerhalb der nächsten zwölf Stunden untergehen.
Doch so easy das alles klingt, zwei Dinge sollte man wirklich beachten: Gin und Tonic Water müssen spitze sein. Denn was bringt es, einen edlen Gin mit irgendeinem No-Name-Tonic zu mixen und dabei alles zu ruinieren, was das feine Destillat an Aromen mit ins Spiel bringt?

Was ist Tonic Water?

Alle Tonic Water enthalten Kohlensäure und Chinin – und sind daher mehr oder weniger bittere Erfrischungsgetränke. Je nach Tonic kann ein guter Gin seine wahre Seele entfalten. Manche Tonics bringen dank Ingwer eine unterschwellige Schärfe ins Spiel, andere sind nur leicht gesüßt und werden zusammen mit den Zutaten fermentiert.
Zitrusfrüchte können dem Tonic Water eine fruchtige Frische verleihen. Andere Tonic-Sorten wiederum enthalten keinen Zucker und keine Zitrone – und betonen umso mehr die bitteren Komponenten.
Es gibt Tonic Water, das mit Zitronen vom Ätna aromatisiert wird, andere Hersteller definieren die Herkunft der Chinarinde für das Chinin, zum Beispiel aus Zentralafrika. Oder es kommen Zutaten wie Rosmarin, Holunder- oder Orangenblüten ins Spiel. Genug Variationsmöglichkeiten also, dem Gin and Tonic zu immer wieder neuen Höhenflügen zu verhelfen.

Gin & Tonic richtig kombinieren

Um die richtige Marriage zu finden, spielt der Gin natürlich eine ebenso wichtige Rolle, denn jeder Gin hat seine ganz speziellen Zutaten, die ihn unverwechselbar machen. Die wichtigste Zutat der „big five botanicals“ ist der Wacholder. Seine leicht violetten Beeren sind randvoll mit ätherischen Ölen, die nicht nur im Sauerkraut und bei Wildgerichten unverzichtbar sind, sondern auch beim Destillieren von Gin. Die intensiven, typisch harzigen Waldaromen des Wacholders sind beim Gin sofort wiederzuerkennen.
Die weiteren Botanicals der Big Five sind Koriandersamen, Engelwurz, getrocknete Zitronen- und Orangenschalen. Das ist sozusagen die Pflicht, dann erst beginnt die Kür, also die Auswahl weiterer Zutaten, die der Brennmeister persönlich favorisiert. Was genau und wovon wie viel ist selbstverständlich topsecret. Hier eine kleine Übersicht: Fenchel, Anis, Kümmel, Süßholz, Ingwer, Kubebenpfeffer, Kardamom, Mandeln, Fichtennadeln, Bohnenkraut, Lavendel, Zimt, Orangenblüten, Hopfen, Muskat … Der Fantasie des Brennmeisters sind praktisch keine Grenzen gesetzt. In jedem Fall muss der Gin mindestens 37,5 Prozent Alkohol haben (mehr ist oft die Regel). Und schließlich darf er höchstens 0,5 Gramm Zucker pro Liter enthalten.

Klassiker sind wacholderbetonte Gins wie der „London Dry Gin“. Beim „New Western Dry Gin“ ist das dominierende Wacholderaroma zugunsten von anderen Geschmacksstoffen und Gewürzen reduziert. Und es gibt Gins mit intensiv fruchtigen, kräuterbetonten oder floralen Noten.
Während des Gin-Hypes der vergangenen Jahre sind viele kleine Destillen aus dem Boden geschossen, die immer neue Gin-Trends auslösen. Ob im Schwarzwald, an der Saar, in Hamburg oder München – diese junge, verblüffende Vielfalt macht ungeheuren Spaß und öffnet die Pforten zum wahren Gin-and-Tonic-Himmel.

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