Das Ende – oder: was ist ein Silvester-Büffet?

Chris_Tum_LebenslaufAmüsieren Sie sich wieder mit einer weiteren Kolumne  aus der Reihe Business Style Guide für Gourmets von Christopher Thum die er exklusiv für den Gourmondo GourmetBlog schreibt. Heute geht es weiter mit den kleinen und großen Fettnäpfchen im Restaurant, beim Geschäftsessen und im kulinarisch-gastronomischen Bereich allgemein. Das Set zur Kolumne mit Christopher Thums Buch, Rotwein und Crackern gibt es im Shop auf www.gourmondo.de.

Die ersten Flocken fallen vom Himmel und es wird kälter, trotz neuem Klima. So weit, so gut. Der Stresslevel wird auch ohne zu erwartende Naturkatastrophen hoch genug, denn schließlich weihnachtet es ja gerne mal um diese Zeit. Jedes Jahr aufs Neue bereitet man das schönste Fest des Jahres vor und jedes Jahr wird beschenkt, gegessen und gestritten, was das Zeug hält…, na meistens jedenfalls.  Natürlich könnte man hier nun über den Umgang mit der Familie reden und Tipps geben, die das gegenseitige Zerfleischen auf ein Minimum reduzieren.
Da kann man aber Bücher mit füllen und so viel Zeit hab ich auch nicht.
Widmen wir uns hier lieber einem Thema, das viele am Ende des Jahres beschäftigt, die nicht „im trauten Heim“ essen wollen oder können: Silvester!!!
Es ist zu einem schönen Brauch geworden, dieses Fest in Restaurants oder Hotels zu feiern, die man entweder in der Heimatstadt oder an einem Urlaubsort ausgewählt hat. Man findet dann geschmückte  Räume vor, die das Flair eines besonderen Anlasses vermitteln sollen. Die auserwählten Gastronomen servieren dann ein Menü oder ein Büffet und man lässt es sich so richtig gut gehen. Auf welchem Niveau dieses Ereignis statt-findet, entscheiden Sie als Gast…mit der Wahl Ihres Gastronomen.

Und siehe da…wir sind beim Thema: Silvester-Büffets.
An dieser Stelle möchte ich Sie gerne mit auf eine Reise durch Ihr Vorstellungsvermögen nehmen.
Sie betreten einen Raum, leise Musik spielt im Hintergrund. Vor Ihnen breiten sich die Tische aus, die auf Gäste warten, hier und da huscht ein Mitarbeiter durch Ihr Blickfeld. Mit einer kleinen Drehung Ihres Kopfes zur längsten Wand des Raumes erspähen sie eine Reihe langer Tische, auf denen sich allerhand Dekoration tummelt und vermuten das Büffet an dieser Stelle.
„Richtig“, denken Sie. Denn schon wabern Düfte von Gebratenem und Geschmortem um Ihre Nase. Ihre Schritte führen Sie zu der Quelle des Wahrgenommenen. Sie sehen silbrig glänzende, dampfende Rechauds,  in denen sich Edelfische mit Reis mischen oder gerne auch die kleinen delikaten Fleischbällchen in Sauce. Es gibt Warmhaltebehälter für Gemüse und solche, die Tranchen von Fleisch in Sauce enthalten. Ganz sicher gibt es einen, in dem ein Kartoffelgratin auf seine Bestimmung wartet. Und wartet. Und wartet.
Frage: Wo sind Sie?
Silvesterfeier…? Vielleicht.
Könnte aber auch ein Restaurant an der A3 sein. Eins, an dem man auch tanken kann! Oder?

An diese Stelle gehört jetzt die Aussage, dass nicht alle Gastronomen Ihr an diesem Abend sehr teures Essen zu Tode warten lassen, bis es vielleicht jemand isst. Trotzdem sollten Sie als Gast, grade an Silvester, Wert auf Qualität legen.
Q u a l i t ä t!
Silvesterqualität haben „Warm-Warteschlangen-für-Speisen“ nur in den ersten 5 Minuten. Und guten Stil? Guten Stil wohl von Anfang an nicht.
Ist es nicht viel schöner, wenn es schon ein Büffet sein muss, ein solches zu zaubern, an dem Gäste Ihre Gerichte „à la minute“  gebraten oder tranchiert bekommen? An dem eine Heerschar von Köchen jedes einzelne Filetspitzchen nur für Sie in eine Pfanne lädt und Sie dann fragt: „Wie darf ich es Ihnen braten?“
Sie wollen doch auch ein Büffet vorfinden, an dem Sie nicht in Ihrer besten Garderobe mit einem Teller in der Hand Schlange stehen und langsam verhungern. Sie wollen ein Konzept vorfinden, das dem Menü überlegen ist, weil es in jedem Raum und in jeder Ecke was Besonderes zu entdecken und zu probieren gibt? Und ist ein solches Büffet nicht eher sein Geld wert?
Immerhin schließen Sie ein Jahr ab und feiern in das nächste rein. Da sollte man sich nicht mit etwas Gewöhnlichem zufrieden geben.
Und dann wäre noch völlig unnötigerweise zu empfehlen: Bleiben Sie der alten Regel treu, nehmen Sie Gang für Gang. Damit gehen Sie öfter, das tut gut! Und dann brauchen Sie sich den Teller auch nicht so voll zu packen, mit Speisen die dort nichts miteinander zu tun haben wollen und im übertragenen Sinne miteinander in Streit geraten können.
War da nicht was an Weihnachten?

In diesem Sinne und auf den guten Stil.

Ihr Christopher Thum

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