Eine Frage des Stils – von Christopher Thum

Berater und Buchautor Christopher Thum widmet sich in dieser Ausgabe dem Business  aus seinem Business Style Guide...  und im Speziellen dem Geschäftsessen.

„Halt! Hiergeblieben! Ist hochinteressant… Versprochen!“

Es ist nämlich heutzutage keineswegs so, dass man da nix falsch machen kann. Passiert leider jeden Tag… Ich  spreche da aus Erfahrung.

Da kommen zum Beispiel gerne mal Gäste mit ihren Kunden ohne Reservierung ins Restaurant und man muss ihnen sagen: „Das tut mir leid,  wir sind  schon ausgebucht. Ich biete Ihnen aber gerne unsere Bar an, falls Sie warten möchten.“ Die Frage ist doch: Wie steht der Gast jetzt vor seinen Kunden da und was verrät das seinen Kunden über ihn? Ich sag´s Ihnen. Der Kunde wird denken: „Er hat sich nicht vorbereitet. Wir sind ihm nicht wichtig genug. Verhält er sich auch so, wenn es um unser Projekt geht?“

Noch ein Beispiel: Is´ echt passiert. Da bucht einer für 20 Gäste – seine Kunden – in einem typisch deutschen Restaurant einen Tisch. Bestellt ein Menü mit Weinprobe. Er will es seinen Gästen richtig schön machen. Was er nicht beachtet hat, ist, dass der Chef der Gruppe, die er zum Essen einlädt, Moslem ist und daher weder den Wein zu schätzen weiß noch die Schweinelendchen aus dem Hauptgang. Das hätte er aber wissen können, weil der Firmensitz der eingeladenen Gäste Vereinigte-Arabische- Emirate ist und er vorher mit dem Chef der deutschen Niederlassung  dieser Firma  zu tun hatte, den er hätte fragen können. Der Punkt ist doch der: Hier geht es um zwischenmenschliche Beziehungen und eben auch darum, einem Gast/Kunden in schöner Atmosphäre zu zeigen,  dass man selbst  ein guter Typ ist, der alles hinbekommt, der Probleme für seine Kunden löst, der verlässlich ist.

Und ? Was hat er jetzt erreicht? Vielleicht sind 6 Wochen Vorbereitung auf ein Geschäft versaut, für das er ja  von seinem Chef bezahlt wird. Da braucht er jetzt den Rest des Abends, so er denn gelingt, um das wieder geradezubiegen und dem arabischen Chef zu zeigen, dass er kein Voll-Pfosten ist.

Was lernen wir daraus?

Lassen Sie mich kurz erklären: Heute kann ein (Ein)- Käufer  jedes x-beliebige Produkt von überall auf der Welt in kürzester Zeit ohne menschlichen Kontakt zu sich nach Hause holen. Das heißt  umgekehrt  für den Verkäufer: Kundenbindung ist für Firmen, die Produkte verkaufen, die nicht durch Einzigartigkeit glänzen,  das allerwichtigste.

In unserer Zeit läuft das doch so: Man hat als Firma einen Zulieferer, der einem  just in time das richtige Produkt ans Band oder einfach in die Produktion liefert. Wenn es jetzt ein Problem mit diesem Produkt gibt, ruft man ihn an und der Zulieferer  muss das Problem lösen, um seine Absatzmöglichkeit nicht zu verlieren.

Stellen Sie sich vor, dass Sie der Kunde unseres Freundes mit dem Moslem und der Weinprobe sind. Wollen Sie Ihrem Chef erzählen, dass Sie zur Lösung Ihres Produktionsproblems jetzt ausgerechnet den anrufen? Na? Eben! Denn unser Freund hat an diesem Abend seine Souveränität verloren und das nicht ohne Grund. Dabei könnte es so einfach sein. Betrachten Sie das Restaurant, das Sie als das beste für Ihren Anlass aussuchen, als Ihren Partner. Lassen Sie sich beraten! Die wissen schon, was für Ihre Gäste das Beste ist, weil sie Experten sind. Und Experten zu Rate zu ziehen, wenn man ein Problem im geschäftlichen Umfeld hat, ist ein Zeichen von Souveränität. Lassen Sie sich empfehlen,  was Sie essen und trinken sollen und geben Sie Ihrem Restaurant die Informationen, die es dazu braucht, um das Optimale für Sie und Ihre Gäste zu leisten. Vergessen Sie den Verdacht bei diesem Vorgehen betrogen zu werden. Die Zeiten, als in Restaurants das Wort „Empfehlung“ gleichzusetzen war mit „Das muss weg“ sind vorbei. Wenn es doch so  sein sollte, ist es das falsche Restaurant und nicht der richtige Partner für Sie.

Noch ein Tipp am Rande: Denken Sie bei dem Thema Geschäftsessen an eine Chance Ihr Ziel zu erreichen und nicht einfach an Nahrungsaufnahme. Das hilft. Versprochen!!!

In diesem Sinne und auf den guten Stil.

Ihr Christopher Thum

Den Business Style Guide finden Sie in einem attraktiven Set mit Wein und Crackern auch bei www.gourmondo.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *