Ferran Adrià in „el bulli – cooking in progress“

Was haben verschwindende Pasta, lyophilisierte Champignons und Cocktails aus Wasser und Haselnussöl gemeinsam? Sie sind allesamt Erfindungen des brillanten Kochs Ferran Adrià.

Der für die Erfindung der Molekularküche bekannte Spanier erlangte mit seiner ausgefallenen und kreativen Art weltweite Bekanntheit und Anerkennung. Nicht nur wurde er mit dem Titel „Koch des Jahrzehnts“ geehrt, sogar das Time Magazin wählte ihn 2004 zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt. In seinem mit 3 Michelin Sternen dekorierten Restaurant „elBulli“ in Cala Monioj, einer Bucht in der katalanischen Provinz Girona, erreichen ihn jährlich ungefähr 2 Millionen Reservierungsanfragen. In den Genuss eines seiner Menüs kommen jährlich jedoch nur 8000 Gäste.

Dieses umfasst dann zwischen 28 und 35 Gängen. Darunter befinden sich Cocktails, Snacks, Tapas-Gerichte, Avant-Desserts (kleiner Zwischengang zwischen Tapas-Gerichten und Desserts), Desserts und Morphings (Häppchen, die nach dem Dessert serviert werden, eine Art von Petit Fours). Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen salzig und süß, absolute Einfachheit und extreme Komplexität wechseln sich ab und der Speisende muss sich damit abfinden, dass er alles was er bisher über Essen wusste neu überdenken muss. Er selbst bezeichnet seinen Stil als Avantgarde-Gastronomie. Sein Restaurant ist für ihn eine Bühne, das Essen eine Art der Kommunikation welche Kreativität, Glück, Schönheit, Komplexität, Humor und Provokation ausdrücken kann.


Ferran Adrià, der unter anderem bei dem Meisterkoch Jacques Maximin in Nizza lernte, prägte mit seinem Stil eine ganz neue Generation von Spitzengastronomen. Er verinnerlichte den Leitsatz seines Lehrmeisters, „Kreativität heißt, nicht zu kopieren“, wie kein Zweiter. Der am 15. September erscheinenden Film „EL BULLI – COOKING IN  PROGRESS“ dokumentiert nun erstmals den kreativen Schaffensprozess des Erfinders der molekularen Küche und seines Teams, von der vagen Idee bis hin zum fertigen Gericht. Ein Jahr lang begleitete das Filmteam den Großmeister, nicht nur während des Restaurantbetriebs, sondern auch während der 6 Monate in denen er jedes Jahr das „elBulli“ schließt und sich mit seinem Kreativ-Team in seiner Laborküche, dem „elBullitaller“, zurück zieht um mit Texturen, Temperaturen, Formen Farben der Lebensmittel zu experimentiert. Zusammen mit Wissenschaftlern, Designern, Lebensmitteltechnikern, -chemikern und Künstlern kreiert er neue Rezepte, Besteck, Teller, Inneneinrichtung, selbst die Lichtinszenierung und musikalische Begleitung werden bis ins kleinste Detail geplant und in ein Gesamtkunstwerk umgesetzt.

Dieser kulinarische Film-Genuss von Regisseur Gereon Wetzel ist mit Sicherheit nicht nur für Fans der Sternegastronomie interessant, sondern auch für alle, die einen der großen, kreativen Köpfe unserer Zeit hautnah bei seinen spektakulären Experimenten und Entdeckungsreisen begleiten will.

Nähere Infos zum Film unter:

http://www.elbulli-derfilm.de/

http://www.facebook.com/elbulli.film

Zum Kinostart am 15. September verlost Gourmondo 5 Ferran Adrià Pakete. Diese beinhalten jeweils eine Rezept-DVD mit exklusiven Rezepten des Starkochs und eins seiner hochwertigen, aromatisierten Olivenölen. Um diese zu gewinnen, beantwortet folgende Frage hier im Blog als Kommentar unter dem Beitrag. Die spannendsten und kreativsten Antworten erhalten eines der Pakete.

Gewinnfrage: „Was war euer verrücktestes/spannenstes/beeindruckenstes kulinarisches Erlebnis?“

8 Kommentare Add yours

  1. Claudia sagt:

    Da ich ein großer Fan davon bin, die heimische Natur in der Küche zu verarbeiten, sind bei mir schon allerhand Sachen in den Kochtopf gewandert, die nicht unbedingt zu den Standardgerichten gehören und in keinem Supermarkt zu kaufen sind. Pilze, wie die Krause Glucke, sind schon vom Aussehen eine spezielle Angelegenheit, ein Giersch-Spinat mit Bärlauch ist ein kostenloses Gericht, dass man fast überall in der Natur zusammen sammeln kann, alte Apfelsorten aus einer Obstplantage, die bereits vor langer Zeit aufgegeben wurde, selbstgemachter Holundersaft – ich könnte noch zig Sachen aufzählen, die man direkt vor der Haustür findet, die man aber oft gar nicht kennt und mit Sicherheit immer wieder neue Geschmackserfahrungen bieten. Da wird jeder Gang in die Natur und das spätere Weiterverarbeiten in der Küche zu einem spannenden Unterfangen.

  2. Andre sagt:

    ich wollte das sushi mal anders zubereiten. also hab ich mir einen tempurateig gemacht, wasabi und ingwer mit rein gegeben und die sushirollen darin gebadet.
    hab sie dann sanft in sojaöl gebacken und mit einem dip aus selbstgemachter mayo mit soja und fischsauce verspeist………hmmmmm lecker

  3. Biggi sagt:

    Ich habe jetzt zum erstenmal Molekularküche gekocht und es war eine Geschmacksexplosion: ich nenne es BrVa (Brom/Vanadium) -Eigenkreation- es steht für
    Brombeere Vanille. Auf einem Vanillemousespiegel kommt eine Brombeersülze,
    die aus Brombeerlikör, Pflaumenkompott, Zimt und Vanille und Agar Agar besteht.
    Dekor sind frische Brombeeren. Es trifft alles zusammen – das suße Mousse – die saure Beere – der armastarke Gelee
    Der Nachtisch ist der Knaller!

  4. Catrin sagt:

    Ich gebe zu, wenn ich gewußt hätte, was mir serviert wurde, hätte ich es nicht gegessen: Froschschenkel in Frankreich. Hat zwar nicht schlecht geschmeckt, aber trotzdem … Jetzt frage ich immer nett nach, was auf den Tisch kommt. :)

  5. Anja80 sagt:

    Nicht spannend aber toll. Ein kleines verschlafenes Stranddorf in Griechenland. Wir mit Mietauto unterwegs und Hunger. Wir sind dann in die einzigste Gaststätte direkt am Strand. Keine Karte… und der Besitzer konnte kein Wort Deutsch oder englisch. Er fragte dann Fisch oder Fleisch? Na klar Fisch. Und dann kam ein Essen – mmmmmhhhh da schwärme ich heute noch von! Frischer Fisch mit einem tollem Salat. Frisches Brot, ein tolles Olivenöldressing und Kartoffeln. Alles zusammen ein Erlebnis. Bezahlt haben wir umgerechnet 20 € und haben noch ein kleines Fläschen Olivenöl gemischt mit Zitronensaft zum Fischessen bekommen… Das war toll…

  6. petra sagt:

    in einem zeltlager mit französischen jugendlichen, haben diese weinbergschnecken am tage gesammelt und diese gab es am abend am lagerfeuer – lecker zubereitet- war eine ganz neue erfahrung ;)

  7. Claas sagt:

    Es war ein noch ziemlich warmer Septembertag. Leichte Wolkenfetzen und der schwindende Duft des Sommers, gleich als ob eine Frau mit gutem eau de parfum an einem vorbeigegangen wäre. Woher ich das noch so genau weiß? Woher ich den ganzen Tag wie ein ziemlich scharfes Bild zurück vor meine Augen rufen kann? Warum ich den Geruch des Tages noch immer in meiner Nase fühle? Aber vor allem, warum ich das banalste und gleichzeitig großartigste Geschmackserlebnis meines ganzen Lebens an diesem Tag hatte? Ganz einfach: Am 17.09. um genau 16.27 wurde mein erster Sohn geboren. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt ungefähr 25 Stunden kein Auge zugetan und dann war der Moment da: ich hielt 3476 Gramm neues Leben in meinen Händen. Das Glück und die Erschöpfung brachen über mich herein und in diesem Moment erlebte ich das kulinarisch Aufregenste meines ganzen Lebens: Die Schwester meiner Frau kramte aus ihrer Tasche eine Tupperbox und darin war, wie damals in der Schule eine Scheibe Schwarzbrot, bestriche mit Frischkäse und dann liebevoll zusammengeklappt. Nie im Leben werde ich vergessen, wie ich zuerst in das Brot biss. Das Brot schien im ersten Moment relativ hart, doch war es im zweiten Moment herrlich saftig. Die leichte Säure schien meinen ganzen Mund zu erobern und schließlich besänftigte der sahnige Frischkäse meine Geschmacksnerven wieder. Das war mit Sicherheit das beste kulinarische Erlebnis, das ein Mensch jemals hatte. Und falls nicht, dann fühlte es sich zumindest für mich so an!

  8. Aus Sicht des Sommeliers ist es auch recht spannend zu einem Menü wie im El Bulli den passenden Wein zu finden. Oder haben Sie eine Lösung, den passenden Wein zu einem 38-gängigen Menü zu finden? http://michael-liebert.de/weintipps/der-passende-wein-zu-einem-38-gaenge-menue/

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