Florian Fischer-Fabian, Autor der „Gourmet-Bibel“ im Gourmondo-Interview

Die beiden leidenschaftlichen Gourmets Florian Fischer-Fabian und sein Bruder Thomas schrieben „Die Gourmet – Bibel“.  Die langjährige Erfahrung mit Delikatessen aus aller Welt führten die Beiden zu der kulinarischen Berufung. Kein Delikatessen – Geschäft ist vor Ihnen sicher und in der Top-Gastronmie fanden der Journalist, Autor sowie Moderator Florian  und Autor und Regisseur Thomas Fischer-Fabian ein zweites Zuhause.

In ihrer „Gourmet – Bibel“ präsentieren die Beiden Gourmet-Brüder die Resultate aus langjähriger Recherche, vielen Gesprächen mit Herstellern, Spitzenköchen und anderen Gourmets und ermöglichen uns so einen genussvollen Zugang in die Welt der feinen Küche.

In den kommenden Tagen geben wir Ihnen an dieser Stelle Einblicke in die „Gourmet – Bibel“ von Florian und Thomas Fischer-Fabian. Zunächst beantwortet Florian Fischer-Fabian exklusiv für Gourmondo ein paar Fragen über Delikatessen und seine „Gourmet – Bibel.“

Gourmondo: Ihr erstes Werk lehnt sich mutig mit seinem Titel an *das* Buch  der Bücher an…  Ist demnach Genießen eine Form von Religion und falls ja – wen möchten Sie missionieren und für das Leben als Gourmet begeistern?

Fischer-Fabian: „Für die Franzosen ist Genießen eine Art von Religion. In keinem Land wird auf gutes Essen soviel Wert gelegt wie bei unseren Nachbarn. Französische Gourmets hatten sogar einmal den Papst ersucht, eine der sieben Todsünden zu streichen. ‚Völlerei‘ sei nicht mehr zeitgemäß, schrieben sie. Als Ersatz schlug man dem Pontifex die ‚Gefräßigkeit‘ vor. Dieses Wort sei ein angemessener Kompromiss.

In Frankreich ist das Streben nach kulinarischem Glück alltäglich. Das gilt auch für ‚Monsieur Tout-le-monde‘! In Deutschland dagegen ist das eine Sache für eine kleine Elite. Die große Masse ist längst ein  Opfer der industriellen Lebensmittelproduktion. Ihr Maßstab sind die Einheitsprodukte der Supermärkte. Sie kennt nichts anderes. Sie weiß nicht wie Butter, Schokolade oder Käse schmecken können, wenn sie traditionell produziert werden. Das geht so weit, dass manche Verbraucher natürlich hergestellte Produkte in die Geschäfte zurücktragen und sie als verdorben reklamieren.“

Gourmondo: Zwei Brüder mit derselben Leidenschaft für Delikatessen – da drängt sich die Frage auf, ob es in Ihrer Familie prinzipiell ein Gourmet-Gen gibt? Wurde Ihnen als Kinder schon eher  einmal ein Jakobsmuschelragout anstelle der allseits beliebten Spaghetti Bolognese schmackhaft gemacht?

Fischer-Fabian: Wir sind gutbürgerlich ernährt worden. Die Königsberger Klopse unserer Mutter waren unerreicht. Das gilt auch für ihre gefüllten Paprikaschoten, ihre großartige Kartoffelsuppe oder ihr traumhaftes Hühner-Frikassee.

Man muss Kinder nicht mit Jakobsmuscheln, Foie gras oder Arganöl füttern, um ihre Papillen für ein Leben als Gourmet vorzubereiten. Wichtig ist, dass auch alltägliche Gerichte gut schmecken können bzw. müssen. Deshalb haben wir großen Wert darauf gelegt, dass in der ‚Gourmet – Bibel‘ vor allem auch „einfache“ Delikatessen wie Butter, Schinken, Tomaten oder Käse beschrieben und bewertet werden.

Gourmondo: Antworten Sie ganz spontan: Was sind Ihre Top 3 Delikatessen und warum?

Fischer-Fabian:

  1. Austern. Die ‚Spéciales Gillardeau‘ ist viele Sünden wert. Bitte keine Zitrone verwenden. Das machen nur Schicki-Mickis.
  2. Wagyu. Wer das Fleisch aus Kobe einmal gegessen hat, weiß, wie Fleisch schmecken muss. Eine teure Erkenntnis! Das Kilo ‚echtes‘ Wagyu kostet bis zu 400 Euro.
  3. Lardo. Der weiße Speck aus Colonnata ist leider ein Frontalangriff auf die Hüften. Dennoch: ‚Lardo die Cavatori‘ muss man probiert haben:  hauchdünner Lardo auf gerösteten Brot, gekrönt mit kleinen Tomatenstücken.

Gourmondo: Auf welche Delikatesse können Sie ein zweites Mal verzichten und warum?

Fischer-Fabian: Geröstete Heuschrecken. Die Thailänder essen sie wie Chips. Man muss damit auch aufgewachsen sein, um sie zu lieben!

Gourmondo: Besonders fasziniert hat mich der Artikel über die Zubereitung und die Risiken beim Verzehr des Kugelfisches. Mal Hand aufs Herz – wie weit geht Ihre Leidenschaft für Delikatessen? Haben Sie schon einmal einen Kugelfisch gegessen und falls nein, werden Sie beherzt zugreifen, wenn er Ihnen einmal fachmännisch zubereitet serviert werden wird?

Fischer-Fabian: Ich würde außerhalb von Japan keinen Kugelfisch essen. Das Risiko an einen Amateur zu geraten ist zu groß. Und bekanntlich wäre das ein finaler Fehler.  Beim Kugelfisch mussten wir uns auf die Erfahrungen der Sterneköche stützen, die wir für die ‚Gourmet – Bibel‘ interviewt haben.

Gourmondo: Gibt es zu Ihren Reisen oder den geführten Gesprächen im Rahmen Ihrer Recherchen eine nette kleine Anekdote, die Sie mit uns und den Gourmondo-Kunden teilen möchten?

Fischer-Fabian: Eine? Unzählige! Sie können sie alle in der ‚Gourmet – Bibel‘ nachlesen.

Gourmondo: Eine weitere Frage zur Entstehung der Gourmet-Bibel. Wer oder was hat Sie selbst am meisten fasziniert und/oder überrascht im Rahmen Ihrer Recherche?

Fischer-Fabian: Am schönsten waren die vielen Gespräche mit unseren Experten. Meist  wurden die gewonnenen Erkenntnisse mit Sterne-Köstlichkeiten ‚untermauert‘. Wie oft führt man schon solche Interviews!

Ein interessanter Trend wurde dabei deutlich: Weniger Foie Gras und Pauillac, mehr Milchkalb und Müritz. Die Eliten der deutschen Gastronomie konzentrieren sich – wie das die Franzosen und Italiener seit Jahrzehnten machen – immer stärker auf die Produkte ihrer Regionen. Sie lassen sich von lokalen Erzeugern beliefern und pflegen so die eigene kulinarische Vielfalt.   

Gourmondo: Sie arbeiten bereits an einer Fortsetzung? Falls ja, worauf dürfen wir uns im weiteren Verlauf freuen?

Fischer-Fabian: Wir wollen nicht zu viel verraten. Nur soviel: es gibt viele ‚flüssige‘ Delikatessen!

Gourmondo: Mit Blick auf die derzeitige wirtschaftliche Lage: gibt es ein Leben als Gourmet auch für den kleinen Geldbeutel?

Fischer-Fabian: Aber ja! Guter Geschmack hat mit Luxus nichts zu tun. Mit wenigen Ausnahmen müssen großartige Produkte nicht viel Geld kosten. Sie sind teurer. Aber sie kosten kein Vermögen. Es ist eher der Luxus, an etwas Außergewöhnlichen teilzuhaben.

Gourmondo: Eine Bibel verbreitet ein Credo: was möchten Sie abschließend unseren Gourmondo-Kunden mit auf den Weg geben? Wie lautet Ihr „Mission Statement“?

Fischer-Fabian: Nur das Beste ist das einzig gültige Maß. Man muss das Optimum kennengelernt haben, um beurteilen zu können ob etwas gut, weniger gut oder schlecht ist. Wie will man die Netrebko einschätzen, wenn man nie zuvor die Callas gehört hat? Wie will man Schuhbeck bewerten, ohne jemals bei Witzigmann gegessen zu haben? Wie Daniel Craig würdigen ohne Sean Connery zu kennen? Ähnliches gilt für Parma-Schinken und Pata Negra, Sommertrüffel und Alba, Forellenkaviar und Beluga.

Gourmondo: Das Team von Gourmondo dankt für das nette Gespräch!

Schauen Sie sich doch einmal in unserer Delikatessen – Welt um. Von Kaviar und Lachs über Käse und Foie Gras zu flüssigen Delikatessen – Ihr Gourmet Herz wird höher schlagen!

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