Scharfe Saucen & Scoville – neue Kolumne von Jan Göran Barth

Jan Göran Barth, Küchenchef im Schloß Bellevue, entführt uns in seiner neuesten Kolumne in die Welt der scharfen Sachen. Er berichtet über Chillis, Jalapenos und Scoville…
Schnallen Sie sich an, denn Manches ist schärfer als die Polizei erlaubt!

Ein thailändisches Wokgericht, ein scharfes Barbecue oder eine mexikanische Spezialität mit Mole zubereitet können die Stimmung richtig anheben. Die Verursacher dafür sind die verschiedenen Chilis und Peperoni, die den sehr scharfen Inhaltsstoff Capsaicin enthalten. Der durch diesen Stoff entstehende „Schmerz“ im Mund und Rachenraum verursacht eine körpereigene Ausschüttung von morphiumartigen Schmerzkillern, die so genannten Endorphine. Diese sorgen für ein gesteigertes Glücksgefühl und eine leichte Euphorie. Dadurch fühlt man sich nach scharfen Speisen, meist ausgeglichen und wohl. Capsaicin in Chilis und Paprika kann Verdauungsstörungen und Übelkeit sehr wirksam beseitigen, indem es die Enden der schmerzempfindlichen Nervenfasern im Verdauungstrakt desensibilisiert.
 Scharf, schärfer am schärfsten, dies scheint derzeit der größte Trend und Spaß zu sein.

Chilisaucen gibt es mit diversen Aromaten versehen und in verschiedensten Schärfegraden. Die klassische Einteilung, wobei der Capsaicingehalt in Scoville gemessen wird reicht von 0-16 Mio. Wem der Schärfegrad von Piri Piri  mit ca. 100 000 Scoville nicht ausreicht, der kann Produkte aus der Kategorie 7 Mio. testen und sich bis  zur höchsten Schärfestufe mit bis 16 Millionen seinem Körper aussetzen. Im Vergleich zur normalen Tabascosauce ist diese mehr als 5300-mal schärfer. Auch das Pfefferspray der Polizei kann da nicht mithalten, denn dieses Verteidigungsmittel hat im Durchschnitt nur 5,5 Millionen Scoville.

Fazit: Mehr als ein Partyspaß sind diese überhitzten Saucen nicht. Für Sammler solcher außergewöhnlichen Produkte ein Muss. Die wohl schärfste Sauce der Welt, die aus reinen Capsicinkristallen besteht, in 1-ml-Fläschchen abgefüllt ist und weltweit auf 999 Flaschen limitiert wurde, schlägt mit 600 Euro zu Buche. – „Achtung – Bitte wirklich nur mit äußerster Vorsicht und niemals unverdünnt verwenden. Dieses Extrakt ist so außerordentlich scharf, es ist zum Verzehren ungeeignet. Der Hersteller rät zur Verwendung von Schutzhandschuhen und Augenschutz.“ – Und wem´s im Rachen zu heiß wird, löscht einfach mit einem kräftigen Schluck Milch.
Scharfe Saucen gibt´s auch bei gourmondo.de.

Meine persönlichen Empfehlungen für Sie:

Viel Spaß beim Ausprobieren
Ihr Jan-Göran Barth

www.jan-goeran-barth.de

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