The Duke – wahrlich herzöglicher Gin aus bayerischen Gefilden

Die Barerstraße in München, eine unscheinbare Hofeinfahrt, ein Hinterhof – ah doch, es brennt Licht, da muss ich richtig sein! Keine Party oder Mietwohnungstour – die Suche nach einer Destillerie treibt mich ins abendliche Schwabing. Wie schon von außen eher unvermutet überraschen die Räumlichkeiten der Persephone Destillerie, aus der der Inzwischen-kaum-mehr-Geheimtipp-Gin kommt, mit Gemütlichkeit, vergleichsweise wenig Platz und einem großen, blank polierten Kupferkessel. „The Duke Munich Dry Gin“ hat zur Besichtigung geladen, da kommt man natürlich gern – nicht nur wegen der interessanten Fakten rund um das kleine Unternehmen und das edle klare Gebräu – auch die Verkostung am Ende des Abends ist bei so einem feinen Tropfen ja nicht gänzlich ohne Reiz.

In England einstmals als Teufelszeug verschrien und des Gesellschaftsverfalls verantworlich beschuldigt hat sich der Gin einstmals zum Getränk der feinen Damen und Herren gemausert, mittlerweile ist er in Kombination mit Tonic längst Party- und Bartauglich. Aber Gin ist natürlich nicht gleich Gin und kann man manchen Namensvetter kaum ohne Tonic und mehr als den sprichwörtlichen Spritzer Zitrone überhaupt riechen ist es fast schon eine Sünde, den „Duke“ nie pur genossen zu haben. Aber um der chronologischen Folge des Abends treu zu bleiben (die Verkostung begeisterte ja erst am Ende des Abends) der Reihe nach:

Daniel und Max, denen wir „unseren“ (etwas Lokalpatriotismus sei an dieser Stelle vergeben) Münchner Gin zu verdanken haben, gebaren die „Schnapsidee“, wie sie es selber nennen, in einer ebensolchen Laune. Ein Mini-Kupferkessel diente vor Partys und anderen Anlässen schon länger als Experimentierobjekt  und als die studierten und ausgeübten Berufe Hingabe und Leidenschaft nicht direkt sprudeln ließen, entschieden sich die beiden sich dem geliebten Wacholderdestillat zu widmen. Schwabinger Hinterhofwohnung mit Büro, Küche und Keller ebenso inkludiert wie viel Arbeit, 1 Jahr Erprobungsphase, hohe Investionen in Zeit, Gerät und Kupferkessel – und Verkostung diverser Probedestillate und Konkurrenzprodukte versteht sich.

Wie viel Arbeit und Gewürze hinter dem geschätzten Endprodukt stehen schwant einem bei Daniels eingängiger Erklärung des Destillierprozesses: Nach einem nächtlichen Bad des hochprozentigen (aus Badenwürtemberg zugekauften, rein biologischem Getreide-)Alkhols mit diversen (ebenfalls bio-zertifizierten) Kräutern und Gewürzen wie den obligatorischen Wacholderbeeren, Koriander, Zitronenschalen, Angelikawurzeln, Lavendelblüten, Ingwer, Orangenblüten, Kubebenpfeffer und weiteren (offenbar geheimen) Ingredenzien wird der 150 Liter fassende Kupferkessel befüllt.  Damit der Geschmack wie gewollt (und mit Bravur erreicht!!) rein und weich ist, durchläuft der „Duke“ den Destillierprozess gleich zwei Mal. Was bleibt ist die Abfüllung, Etikettierung usw. – viel interessanter JETZT die Verkostung.

45% – und dann noch pur? JA – unbedingt, sicher nicht bei jedem Gin, „The Duke“ hat allerdings verdient (möglichst im Degustationsgläschen zur vollen Aromenentfaltung) ganz so wie Max und Daniel ihn geschaffen haben gerochen, probiert und getrunken zu werden – bei Zimmertemperatur bitte. Orange, Ingwer, Lavendel und natürlich Wacholder steigen wunderbar in die Nase und die Weichheit dieses Gin ist immer wieder überraschend und begeisternd! Ein zweiter Verkostungsdurchgang mit Tonic, Eis und einer Orangenzeste folgt – köstlich!

Der einzig logische Schluss der bleibt: eine Bar ohne The Duke rangiert nicht mehr auf der Lieblings-Liste (außer sie besinnt sich schnell einer Verbesserung des Gin-Angebots). Zu danken haben wir (neben Max und Daniel) dem bayerischen Herzog Heinrich dem Löwen. Er liebte die Gegend um München, verhalf zur Stadtgründung 1158 und gab den „The Duke“-Erfindern die Inspiration zum herzöglichen Namen für Ihr Destillat. Also ohne Heinrich kein München, ohne München kein The Duke – wem auch immer zu danken ist: danke für diesen fantastischen Gin, eine echte Bereicherung der deutschen Barkultur!

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